Glücklicherweise haben wir nicht lizensierte Spitzenkräfte

Glücklicherweise haben wir nicht lizensierte Spitzenkräfte

„Der steht ja gar nicht richtig zum Ball“, höre ich vom Nachbarplatz. „Ist jetzt Roger Federer oder mein Schüler gemeint?“, frage ich mich. Dann folgt die Anweisung an die Mitspielerin den Schläger besser festzuhalten. Der eigene, antike Fehlschlag wird gerade mal so beiseite geschoben. „Das Handgelenk fest, den linken Fuß nach vorn, richtig ausholen….“; großes Dummschwätzerkino, welches aber interessanterweise immer noch Gehör findet. Ich habe Lust auf mehr

Ist die Tennistrainerausbildung gut für den Menschen?

Ist die Tennistrainerausbildung gut für den Menschen?

Jahr für Jahr produzieren die Tennislandesverbände  C-Trainer für die Basisarbeit im Verein. Diese Lizenzinhaber sind die Sprachrohre und Multiplikatoren dessen, was sie in einer fast 1-jährigen  Ausbildung im Verband lernen mußten. Die Kosten der Ausbildung liegen bei ca. 750€ zzgl. Übernachtungen, Verpflegung und Anreise. Das Anforderungsprofil_C Trainer  liest sich alles andere als Arbeit an der Basis; größter Wert wird auf die präzise Kenntnis der Ausbildungsmodule gelegt und dann kommen solche Lehrproben dabei heraus. Wen wundert es, daß diese Neulinge ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse an der Basis ausstreuen wollen. Getreu dem Motto „Ich habe jetzt einen Schein“ laufen sie los und erklären den Leuten, was richtig und falsch ist. Vor allem „das Falsche“ ist ihr Ziel und führt geradlinig zu Trainingseinheiten, in denen an den Schwächen gearbeitet wird. Ich werde das Thema in meinem Beitrag Berufsverständnis fortsetzen.

Ein Spieler darf nicht zum Funktionsobjekt von Technikanweisungen werden, sondern muss als einzigartige Persönlichkeit in Übereinstimmung mit seinen natürlichen Begabungen gefördert werden.

Gerrit Ophey

Tennisspezialist